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Mit Holz, Geppetto und Pinocchio Architekten die wirklich nachhaltig bauen, setzen ihr Augenmerk nicht auf bestehende Konzepte und setzen dann…

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Mit Holz, Geppetto und Pinocchio

Architekten die wirklich nachhaltig bauen, setzen ihr Augenmerk nicht auf bestehende Konzepte und setzen dann Technologie ein, um ihre Konstruktion nachträglich auf technischem Weg oder mit den “richtigen” Baustoffen zu verbessern. Im Gegenteil: Sie finden ein Konzept, das die technischen Möglichkeiten und vorhandene innovative Bauprodukte im vorne herein berücksichtigt und stellen der oft proklamierten Askese einen sinnlich-ästhetischen Wurf gegenüber.

Leider wird diese Bemühung von vielen gut gemeinten, aber bürokratischen Normen schlecht belohnt. Was nützt es dem Klima oder unserer Natur, wenn ein Haus, das nur von einer Person bewohnt wird, den Minergie-Standard hat, selbst wenn diese Person im Winter den ganzen Tag das Fenster geöffnet lässt? Oder wenn Bürogebäude nachträglich mit Solarzellen ausgerüstet werden müssen, damit eine einigermassen vernünftige Energieeffizienz erreicht wird. Es wird ein Nachhaltigkeitsstil kreiert, der auf technischen Massnahmen und in der Summe noch mehr Ressourcenverbrauch basiert anstatt den Energie- und Naturverbrauch zu senken – und zwar pro Person oder per wirtschaftlichem Gewinn. Dass diese Gebäude dann auch noch teurer werden als konventionell gebaute, ist naheliegend.

Es ist deshalb doppelt erfreulich, dass führende Architekten hier andere Wege beschreiten. Wo Norman Foster neue Technologien gezielt mit provokativen Formen für sichtbare Innovation und Ausstrahlung kombiniert, legen Kaden und Klingbeil ihr Augenmerk auf innere Innovation von bewährten Wohnformen und setzen gezielt Holz ein, wo es mehr Komfort und Nachhaltigkeit erzielt.

Oder wie sie selbst es formulieren: “Trotz Meister Kirsche sprach das Holz nicht. Erst der Spielzeugmacher Geppetto schaffte die höchst lebendige Marionette Pinocchio!”

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